Die neue Leitlinie der Internationalen Menopausen Society (IMS) Teil 1 zeigt:
Die Menopause ist keine Krankheit, sondern ein natürlicher Lebensabschnitt. Wechseljahres-Beschwerden lassen sich heute gut und sicher behandeln.
Hier die Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen:
Gewicht und Körper:
Viele Frauen nehmen in den Wechseljahren an Gewicht zu. Das liegt vor allem am Alterungsprozess. Der sinkende Östrogenspiegel sorgt dafür, dass sich Fett eher am Bauch ansammelt. Das wiederum
erhöht das Herz-Kreislauf-Risiko.
Eine Hormontherapie hilft gegen Beschwerden in den Wechseljahren, verändert das Gewicht aber nicht automatisch.
Hitzewallungen und Schwitzen:
Hitzewallungen und Schweissausbrüche sind sehr häufig.
Die wirksamste Behandlung ist eine Hormontherapie.
Es gibt auch hormonfreie Medikamente, die helfen können, aber schwächer wirken.
Nach dem Absetzen der Therapie können die Beschwerden kurzzeitig zurückkommen – das ist normal.
Intimbeschwerden:
Trockene Vagina, Brennen oder Schmerzen beim Sex und Blaseninfektionen sind häufig, werden aber nicht immer angesprochen. Diese Beschwerden gehören zum urogenitalem Syndrom und können erfolgreich
behandelt werden.
Hilfreich sind:
- Lokale vaginale Östrogene (wirken direkt und sind sicher)
- Gleitmittel und Feuchtigkeitscremes
Auch nach Brustkrebs können, nach ärztlicher Absprache, solche Behandlungen zur Anwendung kommen.
Knochen und Gelenke:
Ab der Menopause verliert die Frau kontinuierlich Knochenmasse. Das erhöht das Risiko für Osteopenie und Osteoporose.
Eine früh begonnene Hormontherapie kann schützen.
Begleitend wichtig bleiben: Bewegung, Krafttraining, Vitamin D und Kalzium.
Herz und Stoffwechsel:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen.
Eine Hormontherapie kann das Risiko senken – wenn sie früh begonnen wird (vor 60 oder innerhalb von 10 Jahren nach der Menopause).
Thrombose:
Eine transdermale Östrogentherapie ist nicht mit einem erhöhten Thrombose Risiko verbunden.
Gehirn, Stimmung und Schlaf:
- Hormone schützen nicht vor Demenz
- Sie können den Schlaf verbessern (bei Hitzewallungen)
- Bei depressiven Verstimmungen kann Östrogen helfen
Krebs und Hormone:
Viele Frauen haben Angst vor Krebs durch Hormone.
Die Leitlinie sagt:
- Das Brustkrebs-Risiko ist gering
- Es ist vergleichbar mit Übergewicht oder Alkohol
- Es hängt von Art, Dauer und Zeitpunkt der Therapie ab
- Lokale vaginale Hormone erhöhen das Risiko nicht
Wichtigste Botschaft
- Es gibt nicht die eine Lösung für alle.
- Bei jeder Frau muss die Behandlung individuell angepasst werden.
- Gute Information hilft, die richtige Entscheidung zu treffen
