Häufig gestellte Fragen

 

Was sind bioidentische Hormone?

 

Bioidentische Hormone sind natürliche Hormone, die strukturell identisch mit unseren körpereigenen Hormonen sind und den gesamten Stoffwechsel steuern. Sie werden in der Regel aus der Yamswurzel oder Soja gewonnen und synthetisch  im Labor aufgearbeitet.

Das unterscheidet sie von vielen anderen Hormonen, die weltweit in der pharmakologischen Hormonersatz-Therapie (HRT)  im Einsatz sind. Entweder werden sie  nur synthetisch hergestellt oder sie sind zwar natürlich, aber nicht pflanzlich gewonnen , wie  z. B. die konjugierten Östrogene aus dem Pferdeurin trächtiger Stuten. Wichtigstes Kriterium aber ist ihre strukturelle Identität mit den körpereigenen Hormonen. In der Interaktion an den  körpereigenen Hormonrezeptoren ist damit ein natürlicher Stoffwechselprozess gewährleistet, der Nebenwirkungen wie die der pharmakologischen Hormone vermeidet.

Die bioidentisiche Hormonersatz Therapie (BHRT) zeichnet drei wichtige Kriterien aus: Sie arbeitet mit 1. physiologischen Substanzen in geeigneter Darreichung ( Creme, Gel, Pflaster,Pillen) mit niedrigen physiologischen Wirkspiegeln. Sie wird 2. individuell angepasst und hat 3. keine Nebenwirkungen.

  

Welche Hormone gehören dazu?

 

17-ß-Östradiol, Östriol, Östron, Progesteron, Pregnenolon, Dehydroepiandrosteron (DHEA), Testosteron, Androstendion, Trijodthyronin (T3),Thyroxin (T4), Cortisol

 

Was bewirken bioidentische Hormone?

 

Natürliche, bioidentische Hormonen halten Körper und Psyche im stabilen Gleichgewicht. Sie entscheiden über  Krankheit und Gesundheit , da ein Ungleichgewicht Ursache vieler Erkrankungen sein kann, die scheinbar nicht viel mit Hormonen zu tun haben. Herz-, Schilddrüsen-, Rheumaerkrankungen,  Migräne, Wechseljahresbeschwerden von Frau und Mann, Adipositas (Übergewicht), Reizdarmsyndrom und viele andere Beschwerden können auf Störungen im Hormonhaushalt zurückgeführt werden. Oft kommen Medikamente wie Schmerzmittel, Blutdruck-oder Cholesterinsenker, Psychopharmaka etc. zum Einsatz, die alle ihre Nebenwirkungen haben und Symptome behandeln , deren Ursache aber ein Hormonungleichgewicht ist. Mit der Behandlung von bioidentischen Hormonen können diese entweder reduziert oder sogar ganz weggelassen werden, da die entscheidenden Stoffwechsel-Regulatoren  ihre Arbeit wieder ausreichend übernehmen können. 

 

Was sind Phytoöstrogene?

 

Bei den Phytoöstrogenen handelt es sich um sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, zu denen die Lignane (Leinsamen, Kürbiskerne) und Isoflavone (Sojaprodukte, Rotklee) gehören. Sie  binden am Östrogenrezeptor und haben eine geringe eigene Östrogenwirkung. Zum Einsatz kommen sie bei Wechseljahresbeschwerden, aber auch in der Prävention von Osteoporose ,Herz-Kreislauferkrankungen und Brustkrebs.

 

Passt diese Behandlung zu mir ?

 

So wenig wie es den idealen Patienten gibt, gibt es die ideale Behandlung. Hormone aber müssen im Gleichgewicht sein. Jedes Ungleichgewicht kann Symptome am ganzen Köper verursachen. Auch Beschwerden wie Kopfschmerzen, Reizdarm und häufige  Infekte können oft auf eine Ursache zurückgeführt werden. Es gilt einem Beschwerdenkomplex auf den Grund zu gehen, und Hormon-, Vitamin- oder /und Mineralstoffdefizite auszugleichen. Wenn das geschieht, kann diese Behandlung jedem helfen.

Ist das Brustkrebsrisiko unter einer Hormontherapie erhöht?

Bei Brustkrebsrisiko dürfen bestimmte Hormone wie z.B. die Östrogene nicht eingesetzt werden. Das individuelle Krebsrisiko ist grundsätzlich stark abhängig von der Genetik und dem Lebensstil. In Zahlen ausgedrückt, erkranken von 1000 Frauen zwischen 50 und 70 Jahren 63 an Brustkrebs ohne Hormontherapie. Unter einer fünfjährigen Hormontherapie sind es 65 statt 63, d.h. zwei Fälle mehr, genau 0,2 Prozent mehr.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Hormontherapie?

Möglichst früh, d.h. sobald Wechseljahresbeschwerden auftreten. Besonders profitieren Frauen zwischen dem 45. bis 60. Lebensjahr.

Wie hoch ist das Thromboserisiko unter einer Behandlung mit Hormonen?

Das Thromboserisiko ist unter Geschlechtshormonen erhöht. Das gilt für die Antibabypille wie für die Hormonersatztherapie (HRT). Die Pille hat dabei das deutlich höhere Thromboserisiko. Bioidentische Hormone mit natürlichem Östrogen senken das Thromboserisiko noch mehr. Werden dazu die Östrogene über die Haut appliziert (Pflaster, Gel, Spray) steigt das Thrombosrisiko so gut wie nicht mehr.

Können Hormone das Gehirn vor Altersdemenz schützen?

Ja. Östrogene sorgen dafür, dass sogenannte ß-AmyloidPlaques, verantwortlich für die Alzheimer Demenz, abtransportiert werden. Progesteron hat einen nervenschützenden Effekt auf die Gehirnzellen. Hier profitieren am meisten Frauen zwischen 50 und 60 Jahren.

Wann fangen die Wechseljahre an?

Das ist individuell sehr unterschiedlich. Einige Frauen kommen schon mit Mitte 30 in die Wechseljahre, andere wenige erst Mitte 50.

Nehme ich mit Hormonen zu?

Zu Beginn einer Hormontherapie kann es in der Tat manchmal zu einer leichten Gewichtszunahme von ein bis zwei Kilogramm kommen. Das sind häufig dann Wassereinlagerungen durch Östrogene, die bei Dosisreduktion wieder verschwinden. Einige Frauen nehmen sogar ab unter Hormontherapie.

Wie lange dauern die Wechseljahre?

Wechseljahre können bis zu 12 Jahre dauern. Im Mittel dauern die klimakterischen Beschwerden sieben bis acht Jahre. Dabei varríieren die Beschwerden individuell sehr. Ein Drittel der Frauen hat starke Beschwerden, ein Drittel leidet unter leichten bis mittelschweren Beschwerden und ein Drittel zeigt überhaupt keine Symptome.

Wer macht eine Hormonanalyse?

Ihr auf Hormone spezialisierter Arzt.

Wie teuer ist eine Hormonanalyse?

Die Kosten unterscheiden sich nach der Anzahl der aufgerufenen Hormonparameter und reichen von ca, 100 Euro bis ca. 500 Euro

Wie teuer ist eine Hormonsprechstunde?

Die erste Hormonsprechstunde kostet einmalig 180 Euro. Alle weiteren Sprechstunden richten sich nach dem Zeitaufwand. Eine halbe Stunde liegt dann bei ca. 60 Euro.

Bezahlt meine Krankenkasse eine Hormonbehandlung?

Die privaten Krankenversicherungen übernehmen in der Regel die Kosten für eine Hormonbehandlung. Gesetzliche Krankenkassen kommen anteilig nur bei den freiwillig Pflichtversicherten für die Kosten auf.

Wie teuer sind Hormone?

Die Kosten schwanken zwischen den Präparaten und der Dosierung. Ein häufig verschriebenes Präparat wie z.B. das DHEA kostet bei täglicher Einnahme für ein halbes Jahr ca.40 Euro.

Wie lange kann ich Hormone einnehmen?

Das hängt von Ihrem individuellem Risiko ab. Es gibt keine Höchstdauer, aber am häufigsten ist die Einnahme über einen Zeitraum von zwei bis fünf Jahren.

Können Hormone individuell dosiert werden?

Hormone sollten im besten Falle immer individuell dosiert sein, um Risiken zu vermeiden.

Gibt es außer Hormonen auch Vitamine, Mineralstoffe und andere Nahrungsergänzungsmittel, die helfen?

Natürlich! Sprechen Sie in diesem Zusammenhang unbedingt mit Ihrem Arzt. Er kann Ihnen, in Abhängigkeit von Ihrer Krankengeschichte und Ihren Medikamenten, eine Zusammenstellung der für Sie notwendigen Nahrungsergänzungsmittel geben.

In welcher Form kommen Hormone zur Anwendung?

Darreichungsformen für Hormone sind Tabletten, Creme, Gel, Pflaster und Tropfen.

Helfen Hormone auch in Stressituationen ?

In Lebensphasen, wie aktuell der Corona-Krise, mit besonderer Anstrengung im privaten, wirtschaftlichen und/oder beruflichen Umfeld können bestimmte Hormone die Stresstoleranz erhöhen, für einen entspannten Schlaf sorgen und helfen, die Angst-und Panikattacken zu reduzieren.

Wie kann ich mein Immunsystem in Stresszeiten stärken?

In Stresszeiten von heute, in denen eine Impfung gegen das Coronavirus oder eine medikamentöse Therapie gegen die Lungenerkrankung SARS-Covid 19 noch nicht vorliegt, können Mikronährstoffe wie Zink, Selen, Omega-3 Fettsäuren, Vitamin A/D und Vitamin C helfen, die Immunabwehr zu stärken. Sind Hormone wie DHEA, Östrogene, Progesteron, Testosteron, Melatonin oder die Schilddrüsenhormone zu niedrig, kann eine Hormonsubstitution immunstimulierend wirken.

Wie bemerke ich die Wechseljahre, wenn ich die Pille nehme?

Die Pille gleicht ein Hormondefizit zu Beginn der Wechseljahre aus, d.h. Sie bemerken den Übergang in die Wechseljahre zunächst nicht. Erst wenn Sie die Pille absetzen, können erste klimakterische Beschwerden auftreten.

Wie entscheide ich, ob ich weiter die Pille nehme oder auf eine Hormonersatztherapie (HET) umstelle?

Das hängt in erster Linie von Ihrem Alter und individuellen Risikoprofil ab. Dazu muss die Frage geklärt werden, ob Sie weiter verhüten wollen. Bitte besprechen Sie mit Ihrem Arzt das weitere Vorgehen.