Die Beeinflussung von Stresshormonen bei Corona

Seit über einem Jahr ist die globale Corona-Pandemie noch immer das zentrale Thema – sowohl in den Medien als auch im privaten Umfeld. Die Entwicklung rund um die Pandemie führt in der Bevölkerung zu verschiedenen Gefühlen, Gedanken und Reaktionen. Die einen reagieren wegen der Risiken bei einer Virusansteckung hilflos, ängstlich aber auch unsicher. Die anderen fühlen sich unter Druck, sind überfordert oder sogar frustriert. Diese negativen Gedanken und Gefühle beeinflussen letztendlich unseren Körper und führen dazu, dass es zu Stresshormonen kommt. Als Stresshormone bezeichnet man biochemische Botenstoffe, die vom menschlichen Körper in Belastungssituationen ausgeschüttet werden. Die Hormone unterstützen den Menschen, sich an Stress auslösende und anstrengende Situationen besser anpassen zu können.

Verschiedene Untersuchungen haben unterdessen gezeigt, dass speziell das Stresshormon Cortisol eine Infektion mit Covid-19 beeinflussen könnte – und unter Umständen den Krankheitsverlauf bestimmt. Es gibt dabei Risikogruppen, die besonders auf ihre Cortisolwerte aufpassen sollten.

 

 

Was genau ist Cortisol?

 

Das Hormon Cortisol, auch Kortisol genannt, wird in der Nebenniere hergestellt und in der Leber wieder abgebaut. Cortisol hat die Aufgabe Energie aus dem Energievorrat des Körpers bereitzustellen. Zugleich reduziert es den Energieumsatz. Da dies vor allem in anstrengenden Situationen relevant ist, wird Cortisol im Volksmund auch Stresshormon genannt. Anstrengende Momente können beispielsweise Nahrungsmangel, physische Anstrengung oder mentaler Stress sein.

 

Spielen Hormone eine entscheidende Rolle bei Covid-19?

 

Aufgrund der Covid-19 Pandemie nehmen gleichzeitig auch die psychischen Belastungen auf der ganzen Welt zu. Bei vielen Leuten steigen die Werte des Stresshormons Cortisol. Experten melden, dass vorzugsweise Patienten mit Hormon- und Stoffwechselerkrankungen mit schlimmen Folgen rechnen müssen. Sie sorgen sich tendenziell in besonderer Weise um ihre Gesundheit, weil sie oft als Risikopatienten gelten. Aufgrund dessen geraten Betroffene rasch in einen Teufelskreis aus Angst, Stress und schlechter Stoffwechsellage. Des Weiteren sind die Experten der Meinung, dass speziell Cortisol sowohl in einer Mangelsituation als auch bei Überdosierung zu lebensbedrohlichen Krankheitszuständen führen kann. Es hat einen starken Einfluss auf das Überleben bei schweren Infektionen.

Zusammenhang zwischen Hormonkonzentration und Mortalität

 

Eine repräsentative Kohortenstudie aus England hat ergeben, dass das Stresshormon Cortisol einen Einfluss auf den Infektionsverlauf von Corona haben könnte. Die Untersuchung zeigte, dass der Cortisolspiegel im Blut bei Patienten mit Corona Erkrankung höher ist als bei Patienten ohne Corona Infektion. Der Gesundheitszustand von Betroffenen mit hoher Cortisol Konzentration verschlechterte sich merklich rascher. Weitere Erkenntnisse zur Studie können im Fachblatt "The Lancet" nachgelesen werden.

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