Die Corona-Pandemie und Stresshormone

Die letzten Monate haben gezeigt, dass die weltweite Corona-Pandemie weitreichende Auswirkungen auf den menschlichen Körper und die menschliche Psyche hat. Die Entwicklungen rund um Covid-19 lösen bei uns Menschen verschiedene Gefühle, Gedanken und Reaktionen hervor. Die einen fühlen sich aufgrund der Risiken, die mit der Virusinfektion einhergehen hilflos, ängstlich und unsicher. Die anderen verspüren wiederum Druck, Überforderung und Frustration aufgrund der wirtschaftlichen und finanziellen Einbußen, die mit den Maßnahmen zur Viruseindämmung einhergehen. Diese Gedanken und Gefühlszustände führen dazu, dass der menschliche Körper Stresshormone produziert. 

 

Arten von Stresshormonen

 

Stresshormone sind biochemische Botenstoffe, die vom Körper in Belastungssituationen ausgeschüttet werden. Die Hormone sollen den Menschen dabei helfen, sich an die stressauslösende, anstrengende Situation besser anpassen zu können. Es gibt jedoch verschiedene Arten von Stress Hormonen, die in unterschiedlichen Belastungssituationen vom Körper produziert und ausgeschüttet werden. Adrenalin und Noradrenalin zählen zu den Katecholaminen. Sie sind Stresshormone, die in kurzfristigen Stresssituationen im Nebennierenmark produziert und von Körper ausgeschüttet werden. Sie helfen den Körper Energie bereitzustellen, um sich in anstrengenden Situationen besser anpassen zu können. So kommen die Hormone beispielsweise bei Leistungssport, anstrengender körperlicher Arbeit oder in kurzfristigen psychischen Belastungssituationen – wie beispielsweise Prüfungssituationen – zum Einsatz. Bei Langzeitstress – beispielsweise bei langandauernden physischen und psychischen Druck – wird vom menschlichen Körper hingegen das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet. Cortisol zählt zu den Glukokortikoiden und wird in der Nebennierenrinde produziert. Kurzfristig stellt Cortisol Energie aus den Energiespeichern des Körpers zur Verfügung, damit wirkt es leistungssteigernd. Langfristig können die Auswirkungen des Hormons auch gesundheitsschädigend wirken, da es unter anderem die Funktion des Immunsystems beeinflusst. 

 

Stresshormone in der Coronapandemie

Momentan wird eine Vielzahl an Studien rund um das Coronavirus durchgeführt. Ein Thema, das hierbei von Forschern betrachtet wird, ist der Zusammenhang zwischen Stresshormonen und der Covid-19 Infektion. Die Katecholamine Adrenalin und Noradrenalin werden hier weniger berücksichtigt, da diese nicht unbedingt direkte Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Glukokortikoid Cortisol, da das Hormon weitreichende Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben kann. Cortisol kann unter anderem den Stoffwechsel, den Zuckerhaushalt und das Immunsystem beeinflussen, da es entzündungshemmend und immunsuppressiv wirkt. In wissenschaftlichen Studien wird nun vermutet, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen einer erhöhten Cortisolkonzentration und dem höheren Infektionsrisiko geben könnte. Auch Mangelsituationen könnten das Infektionsrisiko beeinflussen. Des Weiteren könnte die Cortisolkonzentration als Biomarker für die Infektionsschwere dienen. Auch der therapeutische Einsatz des Stresshormons wird im Moment weitreichend untersucht. 

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