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Hormone -Ja oder Nein ?

Hormone: Ja oder Nein?

Längst ist widerlegt, was noch 2002 galt:  Hormone in den Wechseljahren nutzen mehr als dass sie schaden! Mit der WHI-Studie 2002 (Women's Health Initiative)  wurde der Hormontherapie  der Dolchstoß versetzt: Die Auswertung der Studie hatte damals ergeben , dass durch die Hormonersatztherapie das Risiko für Brustkrebs, Thrombosen, Embolien, Schlaganfall und Herzinfarkt steigt. Heute, 18 Jahre später, wurde die Studie erneut ausgewertet. Das Ergebnis: Es besteht keine erhöhte Gefahr für Brustkrebs oder Herz-Kreislauferkrankungen. Was war schief gelaufen? Auf den Punkt gebracht: Die Teilnehmerinnen waren falsch ausgewählt worden. Statt Frauen in den Wechseljahren (45-60 Jahre), also diejenigen, für die eine Hormonersatztherapie infrage kommt, in die Studie einzubeziehen, wurden größtenteils Frauen untersucht, die im Schnitt weit älter als 63 Jahre alt waren. Diese hatten ihre Wechseljahre längst hinter sich und litten teilweise unter zusätzlichen Risikofaktoren  wie Übergewicht oder Bluthochdruck. Die Studie wurde deshalb jetzt als nicht aussagekräftig bewertet.  Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. In absoluten Zahlen: Von 1000 Frauen bekommen bis zum 70. Lebensjahr 63 Brustkrebs ohne Hormontherapie, und nur zwei mehr - also 65, das sind 0,2 Prozent!  -nach 5-jähriger Hormontherapie. Im Gegensatz hierzu steht, dass durch die Gabe von Hormonen wie Östrogenen Osteoporose, Darmkrebs, Diabetes und koronaren Herzerkrankungen vorgebeugt werden kann. Wenn Sie  unter Wechseljahresbeschwerden leiden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er wird Sie über Ihre individuellen Risiken aufklären und bei Bedarf die richtige Hormonwahl treffen. 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    anonym (Sonntag, 10 Juni 2018 18:21)

    Ich (w, 54 Jahre) bin etwas übergewichtig. Mein Arzt sagt, dass eine Hormontherapie gefährlich für mich sein könnte wegen Thrombosegefahr. Stimmt das?

  • #2

    M.M. (Sonntag, 10 Juni 2018 18:24)

    Welche Risiken müssen ausgeschlossen werden, bevor eine Hormontherapie gestartet werden kann?

  • #3

    Dr.Jutta Reiss (Montag, 11 Juni 2018 14:36)

    Wenn Sie das Östradiol in Tablettenform einnehmen, erhöht sich das Thromboserisiko in der Tat auf das 2-4 Fache. Nehmen Sie das Östradiol aber über die Haut als Gel oder in Pflasterform ein, erhöht sich das Risiko nur geringfügig, wenn überhaupt. Generell ist zu beachten, dass wer schon einmal eine Thrombose hatte, vorsichtig mit einer Hormontherapie sein muss.

  • #4

    Dr. Jutta Reiss (Montag, 11 Juni 2018 14:49)

    Bei Vorerkrankungen wie z.B. Brustkrebs kommt eine Hormontherapie nicht Frage. In dem Fall können leichte klimakterische Beschwerden mit pflanzlichen Präparaten oder auch Antidepressiva behandelt werden.