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Schlaflos und verschwitzt

Schlaflos und verschwitzt

70 bis 80 Prozent aller Frauen in den Wechseljahren leiden unter Schlafstörungen, Hitzewallungen, Schweissausbrüchen, Angstzuständen, depressiven Verstimmungen, Trockenheit der Scheide, Blasenentzündungen und Lustlosigkeit. Die Verordnung von Psychopharmaka ab dem 45. Lebensjahr der Frauen steigt rasant an. Immer mehr setzt sich aber die Erkenntnis durch, daß diese Symptome nicht nur mit Psychopharmaka bekämpft werden sollten, sondern mit Hormonen an den Ursachen angesetzt werden kann:

  • Östrogene bei Hitzewallungen, Schweissausbrüchen und Blasenentzündungen
  • Progesteron (Gelbkörperhormon) bei Schlaflosigkeit, Angst-/Panikattacken und depressiven Verstimmungen
  • Melatonin bei Schlafstörungen und Stärkung des Immunsystems
  • DHEA bei Vitalitätsstörungen, Lustlosigkeit und Stärkung des Immunsystems
  • Schilddrüsenhormone bei Antriebslosigkeit und Gewichtszunahme
  • Pregnenolon bei Abnahme der Gedächtnisleistung und des Konzentrationsvermögens
  • Testosteron bei Lustlosigkeit, Vitalitätsverlust und Gewichtszunahme

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Susanne (Montag, 15 Januar 2018 23:18)

    Hallo Frau Dr. Reiss,
    ich habe die Pille vor ca. 3 Jahren abgesetzt. Seit einem Jahr leide ich jetzt unter Schweißausbrüchen, Hitzewallungen und häufig auch unter Schlafstörungen. Nun überlege ich, ob ich vielleicht wieder die Pille nehmen soll. Mein Frauenarzt meint, dass meine Beschwerden sich dadurch deutlich verringern würden. Was halten Sie davon? Wären damit Risiken verbunden?
    Ich bin 55 Jahre alt.
    S.T.

  • #2

    Dr.Jutta Reiss (Dienstag, 16 Januar 2018 13:55)

    Sehr geehrte Frau T.,
    Ihre Beschwerden zeigen typische Wechseljahressymptome auf. Die Pilleneinnahme fortzusetzen empfehle ich nicht, da z.B. das Thromboserisiko in Ihrem Alter zu hoch sein kann. Sie sollten zum Arzt gehen, eine Hormonanalyse durchführen und Ihre Risikofaktoren abklären lassen. Danach kann eine auf Sie persönlich angepasste Hormonsubstitution erfolgen, die risikoarm ist.

  • #3

    Susanne (Dienstag, 23 Januar 2018 23:14)

    Eine Hormonanalyse ist sicher sehr teuer, mit welcher Ausgabe muss ich rechnen?

  • #4

    Dr. Jutta Reiss (Donnerstag, 25 Januar 2018 15:34)

    Die Kosten für eine Hormonanalyse fallen je nach Umfang sehr unterschiedlich aus. Sie betragen pro Hormon zwischen ca. 15-25 Euro. Ein kleines Hormonprofil kostet mindestens ca. 100 Euro.
    Bei bestimmten Erkrankungen übernehmen Krankenkassen im Allgemeinen die vollen Kosten. In der Regel werden präventive Hormonanalysen nur von privaten Krankenkassen im Rahmen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) übernommen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen anteilig oft nur bei Selbstzahlern.
    Informationen über entstehende Kosten können bei dem behandelnden Arzt eingeholt und die Kostenübernahme individuell mit der Krankenkasse abgefragt werden.

  • #5

    J.B. (Dienstag, 30 Januar 2018 21:19)

    Hallo,
    ich habe von meiner Schwester gehört, dass man klimakterische Beschwerden einfach aushalten muss. Hormone machen krank und sind gefährlich. Stimmt das so?

  • #6

    Dr. Jutta Reiss (Mittwoch, 31 Januar 2018 17:26)

    Die Angst vor krankmachenden Hormonen ist weit verbreitet. Viele meinen sogar, dass man davon stirbt. Weniger bekannt ist, daß ein Hormonmangel Erkrankungen wie Schlafstörungen, Depressionen, Angstzustände, Osteoporose, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Migräne, Diabetes, Demenz, Libidoverlust etc. hervorrufen kann. Kaum jemand weiss, daß Frauen zwischen 50-59 Jahren, die eine menopausale Hormontherapie erhalten, signifikant länger leben als ohne. Hormone können helfen, Defizite auszugleichen und Krankheiten zu vermeiden